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Todo Santos…AlleHeiligen…

Am 1.11. und am 2.11. herrscht Gedrängefaktor auf dem Friedhof, die gesamte Familie besucht ihre Verstorbenen und es gibt Gebäck, das ebenbesagte neon-pinkfarbene oder stutenkerl-ähnliche Backwaren und es wird der Toten gedacht, die Gräber sind geschmückt und es ist eher ausgelassen, als traurig, habe das Gefühl, dass der Tod hier nicht verdrängt wird, sondern Bestandteil des Lebens ist. In Deutschland ist es leider nicht so, wir beschäftigen uns dann erst mit dem Tod, wenn es unvermeidbar ist, aber ich kann es keiner*m verdenken.

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Zuhause wird weiter gefeiert, mit einem Tisch zu Ehren der Verstorbenen, geschmückt mit Lieblingsspeisen-und Getränke…und die Tür steht jedem offen.

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Wir hatten dann doch nochmal Glück und konnten am 2.11. einen Ausflug ins Randgebiet von Sucre machen, dort haben sich einige Familien zusammengetan und bauen Gemüse nach ökologischen Grundlagen an, wir durften vier Familien besuchen und haben einen kleinen Einblick bekommen, die Frauen aus den Familien waren für den Anbau und den Verkauf zuständig, das Gemüse wird in der Markthalle Campensino verkauft und auch an zwei Krankenhäuser, das würde ich mir auch für Berlin wünschen.

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Was mich aber auch sehr beeindruckt hat, ist das Wissen zur Abwehr von Schädlingen oder das Wissen von Pflanzenerkrankungen und deren natürliche Behandlung…falls ich dann doch nochmal einen grünen daumen entwickle, weiß ich was zu tun ist.

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Falls Ihr jemals nach Sucre reisen solltet, bucht bei Condor Trekkers, diese Tour, das Geld kommt den Familien zugute und es gibt eine Menge Wissen und ein gutes vegetarisches Essen zum Abschluss…win-win, sag ich mal dazu.

Wir sind nun sicher in Argentinien und es ist schon fast wie „ZUHAUSE“ sein, nur wärmer…Nächste Woche gibt es dann Neuigkeiten aus dem Mateland und mal sehen, ob ich Steak essen muss oder gar Tango tanzen.